Vereinschronik 1900 - 2000
(Auszug aus unserer Festschrift zum 100jährigen Jubiläum)

Vor ca. 100 Jahren wurde der Musikverein Velen ins Leben gerufen. Am 3. Dezember 1900 fanden sich zehn gestandene Männer, um in Velen einen Musikverein zu gründen. Man hatte zwar vorher hier und da schon musiziert, doch an diesem Tag sollte etwas offizielles geschaffen werden. Der erste Übungsraum der Kapelle und zugleich erstes Vereinshaus war die Gaststätte Wilhelm Hillers an der katholischen Kirche in Velen. In den Anfangszeiten wurden dreimal in der Woche gemeinsame Proben abgehalten.
Zu den Namen der ersten Stunde in der Geschichte des Musikvereins Velen zählt Dirigent Schmiehausen aus Gemen. Er führte jedoch nur kurze Zeit das Dirigat, weil er an die Landsbergische Verwaltungnach Gemen versetzt wurde und somit nicht mehr die notwendige Zeit für den Verein hatte.

 

                            









Der Velener Musikverein um 1901 auf dem Hofe Keppelhoff-Wiechert

Philipp Hillers folgte dann im Dirigentenamt, später um 1910 der Flötist Anton Kremer, der sich nebenbei für die Gestaltung der Fahrten nach Kevelaer stark machte. Bernhard Wiechert brachte seine langjährigen Erfahrungen als Militärmusiker in Potsdam mit in den Verein und unterstützte somit die musikalische Grundstruktur bei den Proben.
Dem ersten Vorstand gehörten Anton Kremer, August Wiechert, Bernhard Wiechert sowie Franz Beiering an. Diese Männer errichteten das Fundament des Musikvereins, auf dem viele Generationen aufbauten und das musikalische Erbe bis zur heutigen Zeit antraten. Der Musikverein hatte in den zwanziger und dreißiger Jahren zur Verschönerung und Gestaltung vieler Veranstaltungen beigetragen und hat diese Aufgabe auch bis heute fortgesetzt.


Obere Reihe von links: Klemens Laum, August Hillers, Heinrich Brockjann, Bernhard Keppelhoff-Wiechert, Philipp Hillers, Wilhelm Möllers
Untere Reihe von links: Potthoff, Rexing, Anton Kremer (Dirigent, Flöte mit Elfenbein-Mundstück---Geschenk des Musikvereins)
                                     Josef Brumann, Franz Beiering

Der damals übliche Umzug des Musikvereins Velen am Karnevalsmontag führte wegen der sibirischen Kälte zur „Vermummung" der Musiker und Begleiter.
Karneval; Rosenmontag 1929:
v.l.n.r.: Alois Schürmann, Bernhard Schulz, Karl Volks, Amtmann Becker (mit Stock), August Hillers (mit Pfeife), Franz Lütkenhaus(versteckt hinter Becker), Hubert Treppmann, Clemens Laum (Bariton), Heinrich Flinkert (große Trommel), Josef Wehling (Flügelhorn).

Der Musikverein im Jahr 1926 bei einer Hochzeit auf dem Hof Endejan:

v.l.o.R.: Josef Endejan, August Schulz, Josef Wehling, Josef Bücker, Wilhelm Böckmann, Clemens Laum, August Hillers, Heinrich Brumann, Heinrich Endejan, Hubert Trepmann u. Reihe sitzend: Karl Volks, Johann Lütkenhaus, Bernd Schulz, Ferdinand Volks (Dirigent), Josef Brumann, Alois Schürmann.

Wallfahrt nach Kevelaer, etwa 1930.


Die beiden Weltkriege hinterließen ihre Spuren im Vereinsleben. Der aktive Spielbetrieb kam vor allem während des zweiten Weltkrieges fast völlig zum Erliegen. Einige wenige Idealisten waren es jedoch, die in den fünfziger Jahren immer wieder in kleinen Kreisen musizierten. Unvergessen hierbei bleibt der Name Karl Volks, der seit seinem Vereinseintritt 1919 über fünfzig Jahre dem Musikverein als Dirigent diente. Er rettete beim Einmarsch der Engländer aus dem Vereinslokal Schmäing Noten und Instrumente. Beim Wiederaufbau des Musikvereins Velen erwarben sich Karl Büchter (seit 1933) und Josef Tenkamp (seit 1938) enorme Verdienste.

In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg fanden die ersten Übungsstunden bei Karl Volks im Wohnzimmer statt, da es schwer war, einen geeigneten Übungsraum in den vielen zerstörten Gebäuden zu finden. Zur damaligen Besetzung aus Velen gehörten: Josef Tenkamp, Karl Volks, Karl Büchter, Hubert Schulz, Heinrich Endejan, Heinrich Brumann, Bernhard Schulz, Heinrich Flinkert, Josef Bücker und Willi Jendrey. Die Uniform des Vereins bestand 1949 aus einem schwarzen Anzug mit Zylinder, später griff man zur militärischen Anzugsart.

Schützenfest 1952 vor dem Schloss:
Obere Reihe:    F.Pleen (Bottrop), J.Tenkamp, H.Flinkert, H.Schulz
Mittlere Reihe: W.Jendrey, K.Büchter, A.Hummels (Ramsdorf), B.Schulz, B.Brokert (Südlohn), H.Brumann
Untere Reihe:  H.Löwelts, Schewzyk (Bottrop), K.Volks, H.Kell (Bottrop), W.Lukas (Coesefeld)

Anfang der sechziger Jahre warb Josef Tenkamp mit Zeitungsberichten und Mundpropaganda ca. 30 junge Velener für den Musikverein. Nicht alle Musikschüler hielten durch, doch der Grundstein für eine neue, größere Kapelle war gelegt. Karl Volks hatte viel zu tun, um aus diesem Potential etwas positives zu schaffen.

Vor allem die guten und regelmäßigen Probearbeiten ließen einen Klangkörper entstehen, der in der Lage war, sich in den Mittelpunkt verschiedener Festlichkeiten zu spielen. So wurde im Laufe der sechziger Jahre auf den Schützenfesten in Coesfeld, Goxel, Flamschen, Stevede, Hochmoor, Gemen, Groß-Reken, Maria-Veen, Dorsten, Marl, Nordvelen und Velen das musikalische Rahmenprogramm durch den Musikverein Velen gestaltet.

Zu den herausragenden Vereinsereignissen zählt bis heute der erstmalige Kontakt" mit der niederländischen Musikkapelle Arti et Religioni" aus Langeraar in der Nähe von Amsterdam, 1969 auf dem Schützenfest in Gemen. Durch immer wiederkehrende Besuche beiderseits im Zusammenklang mit den Vereinigten Spielleuten aus Velen entstand eine herzliche Beziehung, die nunmehr seit fast 30 Jahren gepflegt wird.


Frühschoppenkonzert Mai 1972

Am 13./14. September 1975 veranstaltete der Musikverein Velen ein Festwochenende zum 75-jährigen Bestehen des Vereins. Eröffnet wurde das Festprogramm mit einem Fußballspiel gegen die Vereinigten Spielleute Velen. Die seit Jahren im musikalischen Einklang miteinander spielenden Velener Vereine trennten sich auch hierbei im Einklang 3 : 3 unentschieden. In der festlich geschmückten Fahrzeughalle Ludger Schulz folgte dann der anschließende Festball. Der damalige Vorsitzende des Vereins, Josef Tenkamp, konnte zahlreiche Gäste begrüßen, darunter Bürgermeister Hüging und Amtmann Hollenborg. Zu den Klängen der Tanzkapelle „The Rossini`s" aus Heiden feierte der Verein seine Geburtstagsparty. Am Sonntagmorgen ging es nach der Gemeinschaftsmesse mit einem Festumzug durch den Ort zur Festhalle. Die Vereinigten Spielleute Velen sowie die Kapellen aus Heiden und Hochmoor wirkten beim Festumzug mit Anschließend konnte der Musikverein vor gut besuchter Kulisse zum Frühschoppenkonzert aufspielen.


Der Musikverein 1975 mit den Nachwuchsmusikern vor der Grundschule:
Obere Reihe v.l.n.r.: Dieter Warmers, Bernd Gosen, Heinrich Buddemeyer, Heinrich Brumann, Josef Borghorst, Wilhelm Rieken, Karl-Heinz Gravermann, Bernd Schürmann.  
Mittlere Reihe v.l.n.r.: Günter Beuck, Werner Mümken, Peter
 Putzig, Andreas Volbert, Karl Volks sen. (Dirigent), Josef Tenkamp (Vorsitzender), Willi Jendrey, Norbert Renners.
UntereReihe stehend: Karl Eising, Alfons Riediger, Günther Pillukat, Konrad Mußenbrock, Karl Büchter, Hans-Hermann
 Holstein, Karl Volks jun., Clemens Büchter.
Jugendgruppe v.l.n.r.: Udo Laugisch, Wolfgang Bergup, Martin und Stefan
 
Gerwers, Norbert Rudde, Ulrich Wellermann, Hubert Flinkert.

Der 13. Februar 1976 war ein trauriger Tag für den Musikverein Velen. An diesem Tag starb der Dirigent Karl Volks (sen.), der dieses Amt über lange Jahre unverwechselbar übernommen hatte. Bernhard Schürmann übernahm kurzfristig das Dirigat, bis Musikkollege Josef Borghorst nach langer Suche Heinz König als neuen Dirigenten verpflichten konnte. Heinz König war lange als Schlagzeuger beim Heeresmusikkorps 13 in Münster tätig. Im gleichen Jahr war man aber auch stolz, als der Musikverein mit 39 Musikern (mit Aushilfen aus Bottrop und Heiden) beim heimischen Schützenfest in Velen aufmarschierte.

Festumzug 1976 beim Schützenfest in Velen

 
Unter der Führung von Clemens Büchter wurden dann auch die Osterferien für Jugendlager im Sauerland genutzt. Hier wurde täglich geprobt und gleichzeitig die Gemeinschaft des Nachwuchses untereinander gefördert.
Jugendlager während der Osterferien 1977 in Eisborn

Ab Februar 1985 übernahm dann der damals 52-jährige Heinrich Honermann, ein Musikschullehrer aus Stadtlohn, das Dirigentenamt, Den Velener Musikern war er bestens bekannt, weil er als junger Trompeter ausgeholfen hatte, wenn einmal Not am Mann war. An seiner Seite stand später auch Markus Wellermann aus Velen. Beide zusammen ergänzten und vertreten sich in einer harmonischen Art und Weise, die sich für den Verein positiv auswirkt. Heute wird dieses Amt von Markus Wellermann allein bekleidet.
Die Weiterbildung der Jugendlichen übernahm Clemens Büchter Ende der siebziger Jahre, der diese verantwortungsvolle Aufgabe bis 1991 intensiv und erfolgreich meisterte. Dieser fruchtbaren Jugendausbildung ist es auch zu verdanken, dass sich der Verein in dieser Zeit nicht nur enorm vergrößert hatte, sondern auch das musikalische Niveau ständig ausgebaut werden konnte.
Markus Wellermann folgte als Jugendmusikleiter in diesem Amt, musste jedoch später als Mitglied im Luftwaffenmusikkorps Münster beruflich bedingt kürzer treten. Thomas Evers erklärte sich bereit, den Nachwuchs weiterhin so erfolgreich auszubilden und deren Sprung in das große Orchester zu vereinfachen. Heute wird diese Aufgabe von Andrea Holstegge wahrgenommen.
 Im Januar 1983 konnte der Verein erstmals im eigenen", durch viele ehrenamtliche Helfer errichteten Proberaum im Dach der Grundschule die wöchentlichen Proben abhalten. Als der Raum dann im März 1983 offiziell eingeweiht wurde, war man stolz, endlich etwas eigenes zu besitzen. Alle Mitglieder wurden über das Jahr in Putzdienste eingeteilt, damit der Proberaum immer in einwandfreien Zustand war.
Großer Proberaum in der Grundschule

1989 war der Raum jedoch bereits zu klein geworden, so dass eine Erweiterung mit dem einem weiteren freien Dachraum durchgeführt wurde. Gleichzeit wurde hierbei auch in dem bereits bestehenden Proberaum eine Akustikdecke eingebaut.

 

 

 

 

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